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SPD trifft sich mit „Nagold for Future“

Veröffentlicht am 02.05.2021 in Ortsverein

„Ihr macht unsere Zukunft und die unseres Planeten kaputt“ mit dieser Anklage sah sich Dr. Ulrich Hartmann vor knapp zwei Jahren konfrontiert, und realisierte: „Ich bin damit gemeint und ja – leider stimmt dieser Vorwurf.“ Mit dieser Erkenntnis beließ es Hartmann aber nicht und engagierte sich beim Nagolder Generalstreik für Klimaschutz im September 2019. Die Gründung der Gruppe „Oldies for Future“ und schließlich die Initiative „Nagold for Future“ folgten im Anschluss daran.

Die Homepage sowie die Konzepte der Gruppe stellte Dr. Ulrich Hartmann in einer digitalen Veranstaltung der Nagolder und Wildberger SPD Ortsvereine mit dem Titel „Let`s talk about – Nagold for Future“ vor, die von SPD Stadtrat Marco Ackermann initiiert worden war. Die junge Klimaaktivistin Leah Strauß hatte 2019 das Nagolder Bündnis „Fridays for Future“ mitgegründet und hatte in Calw den Klimastreik sowie eine Klimawoche mitorganisiert. Strauß und Hartmann berichteten den zahlreichen Gästen über ihr Engagement und ihre Erfahrungen. Leah Strauß betonte, dass das Engagement junger Menschen häufig „totgelächelt“ werde, was sich sehr demotivierend auswirkt. Darüber hinaus forderte sie deutlich weitreichendere und schnelle Maßnahmen und Konzepte, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. „Wir müssen jetzt viel entschiedener handeln und umdenken, sonst ist es wirklich zu spät.“ Eine Idee wäre beispielsweise die Einführung eines kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis, um den Umstieg auf Bus und Bahn attraktiver zu gestalten. 
„Es gibt gute touristische Radwege im Kreis, wie zum Beispiel den Nagoldtalradweg, aber gleichzeitig kaum alltagstaugliche Angebote für Fahrradfahrer, um den Alltag mit dem Rad bewältigen zu können.“ merkte Lukas Binkelmann von Fridays for Future an. Dabei sei dies ein weiterer wichtiger Baustein beim Thema Mobilität. Binkelmann berichtete über weitere Pläne wie beispielsweise zeitweise installierte Pop-up-Radwege während des Stadtradelns in Nagold, um hier für ein größeres Bewusstsein zu werben. Der Vorsitzende des Stadtseniorenrats Eberhard Schwarz forderte in diesem Zusammenhang sicherere Radwege für Schüler in Nagold. Der Wildberger SPD-Gemeinderat David Mogler sprach sich für deutlich höhere Investitionen in und Förderungen von ÖPNV sowie mehr Anreize zur Reduzierung von Individualverkehr aus. „Auch wenn wir in einem sehr bergigen und langgezogenen Landkreis leben, was den Umstieg auf das Rad oft schwierig macht, muss hier mehr erreicht werden.“ sagte Mogler und verwies auch auf den Aspekt des Verlusts der Biodiversität und die mangelnde Unterstützung der Landwirtschaft durch das Land im Hinblick darauf. Daniel Steinrode verwies ebenfalls auf konkrete Ansätze und Projekte vor Ort: „Ökologisch höchst fragwürdig und auch klimabelastend ist es, bestehende Häuser wie das Haus Waldeck am Nagolder Ortseingang abzureißen und an anderer Stelle neu zu bauen.“ Außerdem führte der Nagolder SPD-Stadtrat den wichtigen Punkt der Biotopvernetzung an. Hier müsse noch viel mehr getan werden, um die Nagolder Biotope zu verbinden und Tier- und Pflanzenwelt Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Die Initiative Nagold for Future bat Steinrode um Unterstützung und Zusammenarbeit bei der kommunalpolitischen Arbeit im Hinblick auf Themen und Projekte. Wolfgang Herrling vom NABU Vollmaringen schlug vor, Solarstrom in Nagold in verstärktem Umfang anzudenken und attraktiver zu machen: „Die Menschen müssen positiv mitgenommen werden.“ 
Dieter Laquai von den Nagolder Naturfreunden kritisierte, dass im Stadtgebiet gefällte Bäume selten ersetzt würden. 
Anna-Lena Brucks-Rauth aus Hochdorf betonte wie wichtig es sei, global zu denken aber in Nagold mit lokalen Aktionen durchzustarten. Konkret lobte sie dabei das Projekt des Vollmaringer Ortschaftsrates, an den Ortsausgängen Mitfahrbänkle zu initiieren. „Ich schaue immer, ob nicht doch jemand dort sitzt, den ich mitnehmen und mit dem ich dann das Auto teilen und dadurch CO2 einsparen kann.“
„Euer Engagement ist großartig und verbindet Generationen“ sprach sich die SPD-Kreisvorsitzende Daniela Steinrode begeistert über den leidenschaftlichen Einsatz der Nagold for Future Gruppe aus: „Die Gruppe der Aktiven, die sich für gemeinsam Projekte stark machen wächst mit uns allen, wir müssen nur dranbleiben und dürfen uns nicht entmutigen lassen.“ Ulrich Hartmann unterstrich dies: „Die Nagold for Future-Bewegung will Druck machen und innerhalb eines Jahres muss endlich mehr erreicht werden.“ 
Der Initiator und Moderator des Abends, Marco Ackermann, wies auf die Projektgruppe Radmobil hin, die aus Kommunalpolitikern und sowie engagierten Radfahrern besteht und zurzeit an einem sinnvollen und alltagstauglichen Radwegenetz in Nagold arbeite.
Das Thema bewegte die Gäste der Veranstaltung sehr, was nicht nur die Zahl der Teilnehmer bewies, sondern auch die leidenschaftlichen und engagierten Debatten. Über die Dramatik der Lage waren sich alle einig, und es wurde die Grundlage für weitere Projekte und Ideen gelegt. 
 

 
 

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Saskia Esken, MdB

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