SPD Althengstett/ Simmozheim

Politischer Adventnachmittag

Veröffentlicht am 10.12.2008 in Veranstaltungen

Am 2.Adventssonntag hatte der SPD-Ortsverein zusammen mit den Nachbarvereinen Bad Liebenzell/ Unterreichenbach und Gechingen/ Ostelsheim zum Politischen Adventsnachmittag nach Althengstett ins Hallenbadrestaurant geladen.Als besonderen Gast konnte die Althengstetter Vorsitzende Christa Templ Ulrice Lucas, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Eine-Welt-Laden e.V.“ in Weil der Stadt begrüßen, die gekommen war, um zum Thema: “Fairer Handel“ zu referieren.

Besonders freute sich Christa Templ das auch der Ehrenvorsitzenden Kurt Straile und das Gründungsmitglied Oskar Flik teilnehmen konnten und hieß sie und alle anderen Gäste und Mitglieder herzlich willkommen.

Fairer Handel“
Beim Fairen Handel gehe es darum, so Ulrice Lucas, für Produkte aus der Dritten Welt, bei deren Erzeugung bestimmte Kriterien und Standards erfüllt und beachtet werden und die deshalb teurer sind, Absatzmöglichkeiten zu erschließen. Es sei unmittelbar einleuchtend, dass ein T-Shirt für 5 Euro, ein Blumenstrauß für 99 Cent oder ein Paket Kaffee für 3.50 Euro nur unter Vernachlässigung elementarster Sozial-, Arbeits- Umweltstandards produziert worden sein kann.

Menschenverachtende Arbeitsbedingungen sein die Regel, z.B. gäbe keine soziale Absicherung, keine Arbeitsschutzmassnahmen, keinen Mutterschutz, es würden bei extrem langen Arbeitszeiten extrem niedrige Löhne gezahlt und oft müssten auch Kinder zu solchen Bedingungen arbeiten. Umweltauflagen sein meist nicht existent, oft würden in der Landwirtschaft z.B. Dünger und Pestizide eingesetzt, die hier verboten sein. Dazu kämen unfaire Handelsstrukturen, durch die die Erzeuger in den Entwicklungsländern in bestimmte Abhängigkeiten gerieten und gezwungen sein auch nicht existenzsichernde Preise zu akzeptieren.

In den Leitgedanken Solidarität und Partnerschaft mit der Dritten Welt fußt die Idee vom Fairen Handel. Ziel, der bis in die 60ziger Jahre zurück gehenden Faire-Handel-Bewegung, sei es diese vorher benannten Strukturen auf zu brechen. Vor Ort wolle man menschenwürdige Sozialstandards, fairer Handelsbedingungen und wirtschaftliche Sicherheit, ebenso wie nachhaltiges und umweltgerechtes Wirtschaften, durchsetzen.

„Eine-Welt-Läden“
Hierbei leisteten die Eine-Welt-Läden, die in Verbindung mit Trägervereinen organisiert sein und ausschließlich mit ehrenamtlichen Arbeit betrieben würden, Pionierarbeit. Sie sehen ihre Aufgabe nicht nur darin, die entsprechend hergestellten und dadurch teureren Produkte in den Industrieländern zu vertreiben. Ganz wichtig sei auch die politische Arbeit, d.h. Information der Öffentlichkeit über die Produkte und die Herkunftsländer, über die Menschen und ihre Lebenssituation in dem jeweiligen Entwicklungsland. Ulrice Lucas: „Jedes Produkt hat seine besondere Geschichte“.

Noch wichtiger sei aber die Unterstützung von Sozialprojekten vor Ort. Durch Hilfe zur Selbsthilfe wolle man die Basis für selbstbestimmte Entwicklung und sichere Existenzen schaffen.
Die steigenden Verkaufszahlen von Fair-Trade-Produkten zeigten, dass die Problematik im öffentlichen Bewusstsein angekommen sei. Durch die Schaffung unabhängiger Fair-Trade-Siegel mit entsprechenden Logos wurde es möglich, die Produkte auch in Supermärkten anzubieten. Dies führe für die Weltläden möglicherweise zu Problemen, wie man in Calw sehen könne. Aber die Idee vom Fairen Handel könne davon nur profitieren.

Ernst(d)er Nikolaus
Überraschend kam gegen Ende des Nachmittags der Nikolaus höchstpersönlich nach Althengstett, um den Genossen und Genossinnen ein paar besinnliche Worte mit in das neue, das Wahljahr 2009 zu geben.

Er mahnte, dass nur eine geschlossene Partei, die ihre wichtigste Maxime - Solidarität - hoch halte, bei den Wahlen Chancen habe. Ulrice Lucas dankte er für ihr engagiertes Referat, bevor er aus seinem mitgebrachten Sack „Faire“ Leckereien verteilte. Mit einem Augenzwinkern überreichte er außerdem Einkaufsgutscheine der Bundesregierung, einzulösen beim Nikolaus!

 

Saskia Esken, MdB

Die SPD im Kreis Calw

 

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