SPD Althengstett/ Simmozheim

Medizinische Versorgung im Kreis Calw sichern

Veröffentlicht am 06.12.2025 in Veranstaltungen

(von links: Florian Wahl, Katrin Heeskens, Daniela Steinrode, OV-Vorsitzender Yüksel Erdogan)

 Medizinische Versorgung im Kreis Calw: Herausforderungen und Lösungen

Althengstett. Unter dem Titel „Medizinische Versorgung sichern“ fand im Ottenbronner Bürgersaal eine gut besuchte Veranstaltung statt. Eingeladen hatten die SPD-Ortsvereine Althengstett und Bad Liebenzell gemeinsam mit der SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode. Im Mittelpunkt standen die gesundheitspolitischen Herausforderungen und die Versorgungslage im Kreis Calw.

Eckpunkte sozialdemokratischer Gesundheitspolitik 

Florian Wahl, MdL und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, skizzierte die Eckpunkte einer sozialdemokratischen Gesundheitspolitik. „Deutschland gibt im EU-Vergleich am meisten für Gesundheit aus, erzielt aber nur durchschnittliche Ergebnisse.“, so Florian Wahl. Hier fordere die SPD dringen Verbesserungen:

  • Gesetzliche Verpflichtungen einhalten: Auskömmliche Finanzierung der Krankenhäuser und Erstellung eines Krankenhausplans.
  • Strukturreformen: Bessere Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung, Spezialisierung von Kliniken bei gleichzeitiger Sicherstellung der wohnortnahen Grundversorgung.
  • Kostenersparnisse durch mehr Prävention, Digitalisierung und Telemedizin. 
  • Bessere Finanzierung der Krankenhäuser z.B. durch Vorhalte- statt Fallpauschalen.

Situation im Kreis Calw: Anpassungen und Innovationen  

Prof. Dr. Katrin Heeskens, Professorin für Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften und Mitglied im Aufsichtsrat der Calwer Kreiskliniken, erläuterte die Situation vor Ort. 
Der Klinikverbund Südwest habe bereits Anpassungen beschlossen: klare Leistungsschwerpunkte wie Geburtshilfe in Nagold oder das ambulante OP-Zentrum in Herrenberg sowie eine engere Verzahnung der Standorte. 
Besonders hervorgehoben wurde der neue Gesundheitscampus in Calw, der neben ambulanter und stationärer Versorgung zusätzliche Angebote bietet, darunter:

  • das Haus der Gesundheit mit kardiologischer Praxis
  • eine Praxis für Kinder- und Jugendmedizin 
  • der Pflegestützpunkt Calw 
  • die Ärztegenossenschaft MEDNOS eG. für Hausarztpraxen mit angestellten Ärztinnen und Ärzten. Hier haben Ärzte und Ärztinnen, die keine eigene Praxis gründen oder nur in Teilzeit arbeiten wollten, eine gute Alternative

Herausforderungen: Ärztemangel und Pflege 

Besonders dringlich war für die Teilnehmenden der bevorstehende Ruhestand vieler Hausärzte – aktuell sind 58 % im Kreis über 60 Jahre alt. Zudem sei die rechtzeitige Erreichbarkeit von Kliniken und Notfallambulanzen für die Bevölkerung entscheidend. 

Heeskens plädierte für eine Aufwertung des Pflegeberufs durch bessere und erweiterte Ausbildung. Dadurch würden Ärzte entlastet und viele Einweisungen aus dem Pflegeheim ins Krankenhaus könnten vermieden werden. 
 

 

Saskia Esken, MdB

Die SPD im Kreis Calw

 

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